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Endometriose: Welche Auswirkungen hat sie auf die Fruchtbarkeit?

Veröffentlicht am 28.03.2022 • Von Candice Salomé

Endometriose ist eine chronische gynäkologische Erkrankung bei Frauen im gebärfähigen Alter, bei der sich die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutter entwickelt und sich auf andere benachbarte Organe ausdehnt. Eine der Folgen der Endometriose ist Hypofertilität, d.h. eine verminderte Fruchtbarkeit. Sie betrifft 30-40% der von Endometriose betroffenen Frauen.

Aber was genau ist der Zusammenhang zwischen Endometriose und Unfruchtbarkeit? Welche Maßnahmen sind dagegen möglich?

Wir sagen Ihnen alles in unserem Artikel!

Endometriose: Welche Auswirkungen hat sie auf die Fruchtbarkeit?

Was ist Endometriose und welche Symptome hat sie? 

In Deutschland leiden zwischen 4 und 15% der Frauen im gebärfähigen Alter an Endometriose. Da sie noch immer schlecht diagnostiziert wird (im Durchschnitt 7 Jahre bis zur Diagnose), kann es sein, dass diese Zahl zu niedrig ist. So leiden Endometriosepatientinnen oft unter einer Fehldiagnose, die zu einer unangemessenen Behandlung ihrer Symptome und sogar zu einer Verschlimmerung der Krankheit führt.

Endometriose ist eine chronische gynäkologische Erkrankung, von der Frauen im gebärfähigen Alter betroffen sind. Bei dieser Erkrankung wächst Gebärmutterschleimhaut (das sogenannte Endometrium) außerhalb der Gebärmutter. Das Endometrium befindet sich dann auch in den umliegenden Organen.

Endometriose ist eine komplexe Erkrankung mit unterschiedlichen Symptomen, die bei jeder Frau unterschiedlich sind.

Die Hauptsymptome der Endometriose sind: 

  • Schmerzen während der Menstruation
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)
  • Regelmäßig Schmerzen im Beckenbereich
  • Nabel- und/oder Unterleibsschmerzen
  • Schmerzen im unteren Rückenbereich, die manchmal bis in die Beine reichen
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Probleme beim Wasserlassen (Dysurie)

Die am häufigsten betroffenen Organe bei einer tiefen Endometriose sind: 

  • Die Eierstöcke
  • Die uterosakralen Bänder
  • Das Rektum
  • Die Blase
  • Die Vagina

Das Hauptsymptom der Endometriose sind wiederkehrende und manchmal sehr starke Schmerzen im Beckenbereich, insbesondere während der Menstruation. Der zyklische Charakter ist ein Hinweis auf die Erkrankung. Die durch Endometriose verursachten Läsionen reagieren empfindlich auf weibliche Hormone. Diese Läsionen werden daher bei jedem Menstruationszyklus wuchern, bluten und faserige Narben hinterlassen.

Welcher Zusammenhang besteht zwischen Endometriose und Unfruchtbarkeit? 

Endometriose wird häufig im Rahmen einer Unfruchtbarkeitsuntersuchung diagnostiziert. Oft wird diese Erkrankung mit Unfruchtbarkeit in Verbindung gebracht. Allerdings sind nicht alle Frauen mit Endometriose davon betroffen. Nur 30-40% der Patientinnen haben tatsächlich ein Fruchtbarkeitsproblem.

Die Störung der Fruchtbarkeit hängt meist vom Schweregrad der Krankheit ab. Es reichen jedoch bereits einige schmerzlose und unerkannte Endometrioseherde aus, um zu Unfruchtbarkeit zu führen.

Für die Fruchtbarkeit sind mehrere Bedingungen erforderlich:

  • Der Eisprung
  • Die ungehinderte Bewegung der Eizelle entlang des Eileiters bis zur Gebärmutter
  • Die Befruchtung
  • Die Einnistung des befruchteten Eies
  • Eine normale Anzahl, ein normales Aussehen und eine ausreichende Beweglichkeit der Spermien

Bei Endometriose können sich die Anomalien im Bereich der Eierstöcke, der Eileiter oder im umgebenden Bauchfell befinden. Die Endometriose verursacht im Rhythmus des Menstruationszyklus eine Entzündung und Reizung des Gewebes, wodurch biochemische Faktoren freigesetzt werden, die die Reifung der Eizelle stören.

Wenn die Eierstöcke die am stärksten von der Endometriose betroffenen Organe sind, können sich Zysten bilden. Die Reifung der Eizellen wird dann direkt gestört, was einen „normalen“ Eisprung unmöglich macht.

Wenn die Endometriose in den Eileitern und Eierstöcken auftritt, kann es sein, dass die Eizelle nicht vom Eileiter erfasst wird und ihr Weg zur Gebärmutter dadurch behindert wird.

Die Immunabwehrreaktion gegen Endometrioseherde kann ebenfalls dazu führen, dass sich die befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter einnisten kann.

Auch die Adenomyose, eine Sonderform der Endometriose, die den Gebärmuttermuskel befällt, kann die Einnistung der befruchteten Eizelle in der Gebärmutterhöhle stören.

Wie geht man mit Unfruchtbarkeit um, wenn man an Endometriose erkrankt ist?

Viele Ärzte raten Endometriosepatientinnen, ihre erste Schwangerschaft nicht zu lange hinauszuzögern. Die Endometriose schafft ein ungünstiges Umfeld für eine Befruchtung.

Wenn eine Schwangerschaft jedoch nicht spontan eintreten kann, können die Patientinnen auf assistierte Reproduktionstechniken wie Ovulationsstimulation, künstliche Befruchtung oder In-vitro-Fertilisation (IVF) zurückgreifen. 

Ovulationsstimulation

Diese Technik wird bei Ovulationsstörungen oder unerklärter Unfruchtbarkeit empfohlen. Die Stimulation des Eisprungs zielt darauf ab, die Produktion von Eizellen und deren Reifung anzuregen.

Der Arzt verschreibt dann Hormone in Form von Injektionen, sogenannte Gonadotropine. Diese Hormone werden auf natürliche Weise von der Hypophyse (endokrine Drüse an der Basis des Gehirns) ausgeschüttet, deren Aufgabe es ist, die Aktivität und die Hormonsekretion der Gonaden (Eierstöcke und Hoden) zu stimulieren.

Während der Behandlung wird durch regelmäßige Ultraschallkontrollen die Entwicklung der Follikel (die die Eizellen enthalten) überwacht, um das Risiko einer Mehrlingsschwangerschaft (z.B. Zwillinge) zu verringern und den Eisprung zum richtigen Zeitpunkt auszulösen.

Künstliche Insemination

Bei der künstlichen intrauterinen Insemination mit den Spermien des Partners werden „vorbereitete“ Spermien am Tag des Eisprungs der Patientin in die Gebärmutterhöhle injiziert.

Durch die Stimulation der Eierstöcke wird der Eisprung gesteuert und verbessert.

So wird das Spermium im Labor vorbereitet, um die Wirkung des Zervixschleims nachzuahmen, und die ausgewählten Spermien werden anschließend in die Gebärmutter injiziert.

Mithilfe dieser Technik ist es möglich, den Zervixschleim zu umgehen und die Spermien mit den Eizellen zusammenzubringen.

In-vitro-Fertilisation (IVF) 

Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) wird im Labor nachgestellt, was auf natürliche Weise in den Eileitern geschieht: die Befruchtung und die ersten Entwicklungsschritte des Embryos.

Durch die Stimulation der Eierstöcke entwickeln sich mehrere Follikel, die jeweils eine Eizelle enthalten. Es wird eine Punktion durchgeführt, die die Entnahme mehrerer Eizellen ermöglicht.

Die entnommenen Eizellen werden dann außerhalb des menschlichen Körpers in einem embryologischen Labor mit den Spermien zusammengebracht.

Es gibt zwei Arten der In-vitro-Fertilisation:

  • Die klassische In-vitro-Fertilisation. Hierbei werden die entnommenen Eizellen mit der zuvor behandelten Spermienprobe in einem speziellen Nährmedium zusammengebracht. Die Befruchtung erfolgt dann nach dem natürlichen Prozess, jedoch außerhalb des Körpers.
  • In-vitro-Fertilisation mit der ICSI-Methode (auch intrazytoplasmatische Spermieninjektion genannt). Bei dieser Technik wird ein einzelnes Spermium in das Innere der Eizelle injiziert. Sowohl die Eizelle als auch das Spermium müssen zuvor einer Behandlung unterzogen werden.


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